
Demokratieskepsis ist ein Massenphänomen in Deutschland, wie verschiedene Studien zeigen. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Februar 2024 haben 33 % der 18–30-Jährigen in Deutschland kein Vertrauen in die Demokratie und 45 % kein Vertrauen in das Parlament.
Ein zentrales Problem ist, dass ein Gefühl von Selbstwirksamkeit fehlt, besonders unter Jüngeren. In Metropolen wie Berlin gibt es zwar viele ehrenamtlich Engagierte in gemeinnützigen Vereinen, die direktdemokratische Initiativen starten und Beteiligungsmöglichkeiten anbieten.
Aber es besteht zu wenig Kontakt mit jungen und insbesondere demokratieskeptischen Menschen, wodurch deren Perspektiven zu wenig vertreten sind. Das schmälert die Akzeptanz und Wirksamkeit der Initiativen.
Außerdem existieren viele demokratische Beteiligungsmöglichkeiten, aber sie bieten meistens kein echtes Erlebnis der Selbstwirksamkeit, da viele Beteiligungsformate nicht an die direktdemokratische oder repräsentative Demokratie angebunden sind. Diese Probleme wollen wir mit dem Spätiparlament angehen.
In unserem Projekt werden wir bis Ende 2028 testen, wie man Orte des Alltags wie Spätis zu Orten der Demokratie machen kann. An diesen Orten wollen wir ausprobieren, welche niedrigschwelligen Beteiligungsangebote angeboten werden können, die es bereits Engagierten ermöglichen, gemeinsam mit demokratieskeptischen Zielgruppen, insbesondere Jugendlichen und jungen Erwachsenen, zu arbeiten.
Dazu entwickeln wir Beteiligungsformate, in denen man vor Ort in Spätis und online Themen vorschlagen oder über Themen diskutieren und abstimmen kann, mit denen sich bestehende oder zukünftige direktdemokratische Initiativen und Vereine in Berlin beschäftigen sollen.

Moritz koordiniert die Projektpartner und konzipiert die Prototypen der Beteiligungsmöglichkeiten im Späti.

Joy Ponader, Vertrauensgesellschaft, sie/ihr
Joy gestaltet die Kommunikation mit den verschieden Gruppen und Bündnissen und kümmert sich um die Konzeption und langfristige strategische Ausrichtung des Spätiparlaments.

Ricardo Lanari, Liquid Democracy, er/ihn
Ricardo ist für die technische Konzeption der digitalen Elemente des Spätiparlaments verantwortlich.

Marlene Mittmann, Liquid Democracy, sie/ihr
Marlene ist die Expertin für die Analyse der Nutzer:innen-Bedürfnisse und kümmert sich um Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.